Irrationale Sanktionspolitik: Verbraucher müssen Gasumlage zahlen, weil Uniper sich verzockt hat

Wer sich darüber wundern sollte, warum ausgerechnet die FDP Habecks Gasumlage mit durchgewunken hat, könnte die Antwort möglicherweise bei einem Blick auf den Vorstand des Mutterkonzerns finden – doch von vorn:

Wie inzwischen hinlänglich bekannt ist, lässt besagte Habeck-Umlage demnächst Bürger und Unternehmen unter den hohen Kosten ächzen.

Gerettet werden soll damit vor allem der Energieriese Uniper: Es gilt in dessen Fall, einen Verlust von 12 Milliarden Euro abzudecken, was mehr als der Hälfte des gesamten Gaskonzern-Rettungspaketes entspricht.

Was deutsche Verbraucher und Unternehmen hier mit finanzieren müssen, sollte eigentlich von der Muttergesellschaft, dem finnischen Energiekonzern Fortum abgedeckt werden, der als Großaktionär ja auch eine unternehmerische Verantwortung trägt. [1]

Im Falle von Fortum wirkt die Umverteilung der Unternehmensverluste auf die Bevölkerung ganz besonders anrüchig:

Da EX-FDP-Chef und „Lindner-Spezi“ Philipp Rösner im Aufsichtsrat des Uniper Mutterkonzerns sitzt, könnte man auf die Idee kommen, dass es sich hierbei möglicherweise um erfolgreiche Lobbyarbeit handelt. Das wäre zumindest eine Erklärung dafür, dass ausgerechnet die FDP eine Maßnahme abnickt, bei der nun die Bürger und Wirtschaftsunternehmen für Fehlkalkulationen von Gaskonzernen und für die Folgen irrationaler Sanktionspolitik aufkommen müssen.

Fraglich ist abgesehen davon auch, welcher Konzern tatsächlich auf die Einnahmen der Gasumlage angewiesen ist. Das Beispiel von RWE, die auf die Umlage vorerst verzichten, zeigt dies gut: RWE konnte seinen Gewinn dank der hohen Energiepreise im ersten Halbjahr um mehr als zwei Drittel auf 2,8 Milliarden Euro steigern. Hier auch noch die Umlage zu kassieren wäre ein fatales Signal für die Öffentlichkeit gewesen, dessen man sich bei RWE offensichtlich bewusst war – bei anderen Unternehmen scheinbar eher nicht. [2]

[1] Achgut vom 16.08.22 „Habecks „gelenkte Wirtschaft“

[2] Handelsblatt vom 18.08.22 „Diese Konzerne wollen Geld aus der Gas-Umlage – und verdienen gleichzeitig Milliarden“

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