EU-Sprachleitfaden: "Weihnachten" soll doch nicht gestrichen werden!

EU macht Rückzieher nach Protesten: „Weihnachten“ soll im Sprachleitfaden doch nicht gestrichen werden!

Ein von der EU-Kommisssion veröffentlichter Leitfaden zu inklusiver Sprache schlug in den letzten Tagen hohe Wellen:

Der Sprachleitfaden sollte sicherstellen, dass Menschen durch eine bewusste Gestaltung von Kommunikation „unabhängig von Geschlecht, rassischer oder ethnischer Herkunft, Religion oder Glauben, Behinderung, Alter oder sexueller Orientierung“ nicht diskriminiert werden.

Zur Umsetzung empfahl der Leitfaden unter Anderem das Wort „Weihnachten“ zu vermeiden und es beispielsweise durch „Festtage“ zu ersetzen.

Ein weiteres Beispiel, das große Empörung auslöste, war die Empfehlung, bei fiktiven Namen nicht immer auf christliche Tradition zurückzugreifen und anstatt biblischer Namen wie Maria oder Johannes, besser Namen wie Malika oder Julio zu nutzen. [1]

Die Debatte über den EU-Leitfaden – der auch Passagen zu genderneutraler Sprache und künftig vermeidbaren Begriffen aus der Kolonialzeit enthielt – schaffte es schließlich bis in den Vatikan: Der Regierungschef, Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin beklagte die Tendenz derlei Maßnahmen „alles zu vereinheitlichen, ohne die berechtigten Unterschiede zu respektieren“, da dies zu einer „Zerstörung der Wurzeln“ führe. [2]

Gleichstellungs-Kommissarin Helena Dalli zog den Leitfaden nach diesen heftigen Protesten schließlich zurück und kündigte eine Überarbeitung an:

„Die Richtlinie sollte die Diversität der europäischen Kultur darstellen und die inklusive Haltung der Kommission zeigen“, so Dalli. Für diesen Zweck sei die publizierte Richtlinie aber nicht geeignet. Es sei „kein ausgereiftes Dokument“ und entspreche nicht deren Qualitätsstandarts. [3]

[1] Bild Online vom 30.11.21 „Peinlich-Rückzieher nach Protest: EU will „Weihnachten“ doch nicht streichen

[2] Vatican news vom 30.11.21 „Das gestrichene „Weihnachten“: EU zieht Anweisung zurück“

[3] Twitter-Account von Helena Dalli am 30.11.21

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